REISEMOBILE & WOHNWAGEN

Frühjahrscheck

Donnerstag, 26. März 2026

Alle Jahre wieder – der Frühjahrscheck

Für die allermeisten Freizeitfahrzeuge gilt: im Winter stehen, im Sommer fahren. Damit die „Fahrzeit“ möglichst reibungslos verläuft, gehört ein ordentlicher Check im Frühjahr zum Pflichtprogramm.

Nicht alle Fahrzeuge stehen frostfrei in geheizten Hallen. Oft wird in Scheunen, offenen Carports oder sogar im Freien überwintert. Je nach Art der Überwinterung richtet sich auch die Intensität des Frühjahrschecks.

Nach rund fünf Monaten Stillstand gilt es, bei vielen Dingen, die eigentlich für Bewegung konstruiert wurden, ein besonderes Augenmerk walten zu lassen.

Fahrzeugbatterie
In den meisten Fällen handelt es sich um Bleibatterien. Die Hersteller empfehlen eine Ladeerhaltung oder zumindest ein zyklisches Nachladen, um der Selbstentladung entgegenzuwirken. Mehrfache Tiefenentladungen schädigen die Batterie erheblich.
Bevor das Fahrzeug im Frühjahr das erste Mal gestartet wird, sollte die Batterie idealerweise einmal nachgeladen werden – so vermeidest du, ihr nach der langen Pause gleich die letzten Reserven abzuverlangen.

Bordbatterie
Werden hier ebenfalls Bleibatterien, AGM oder ähnliche Typen verwendet, verhält es sich grundsätzlich wie bei der Fahrzeugbatterie (siehe oben).

Bei Lithiumbatterien sieht das etwas anders aus: Eine sogenannte Lagerladung sollte hier bei etwa 50 % liegen, um die Zellchemie zu schonen. Auch Tiefenentladungen sind für diesen Batterietyp schädlich – werden aber in der Regel durch das BMS (Battery Management System) verhindert.

Viele Hersteller bieten eigene Apps an, mit denen sich Laden und Entladen bequem per Smartphone steuern lassen. Wer im zeitigen Frühjahr – bei noch niedrigen Außentemperaturen – auswintern möchte und die Batterie im Fahrzeug verblieben ist, sollte sich nicht wundern, wenn diese zunächst nur wenig Ladung annimmt. In diesem Fall ist es ihr schlicht zu kalt – die Batterie muss sich erst langsam „aufwärmen“, bevor sie wieder ihre volle Leistung abgeben oder aufnehmen kann.

Die üblichen Verdächtigen

  • Ölstand prüfen
  • Bremsflüssigkeit kontrollieren
  • Kühlmittel checken
  • Scheibenwaschanlage auffüllen
  • Reifendruck anpassen (Reifen verlieren immer etwas Druck)
  • Sichtprüfung von Motorraum und Unterboden – kleine „Untermieter“ nutzen Camper im Winter gern als Quartier, Vorratslager oder neuen Wohnort
  • Ersatzrad (Luftdruck prüfen) und Pannenset (z. B. Batterie der Warn-/Blinkleuchte kontrollieren)
  • Scheibenwischer prüfen (Tipp: Im Herbst ein kleines Stück Schaumstoff unter den Wischerarm klemmen – das entlastet das Gummi deutlich)

Nun geht es ans eigentliche Wohnmobil. Hier machen Väterchen Frost, lang anhaltende Staunässe sowie Feuchtigkeit durch Regen und Schnee den Fahrzeugen am meisten zu schaffen. Mit den richtigen Vorbereitungen kommen unsere Wohnmobile und Caravans jedoch unbeschadet durch diese Jahreszeit.

Frostschäden-Check

Leider sind nicht alle Fahrzeuge „selbstentleerend“, also mit entsprechend fallenden Leitungen konstruiert. Dadurch können sich immer wieder Wasserreste in sogenannten „Wasserlunken“ sammeln.

Abhilfe schafft hier das Auffüllen der Anlage im Herbst mit speziellem, umweltfreundlichem Tank-Frostschutz. Dieser wird im Frühjahr einfach abgelassen und durch frisches Trinkwasser ersetzt. Vorteil: Gleichzeitig werden Leitungen, Ventile und die Wasserpumpe gereinigt.

  • Ablassventile von Tanks, Wasserpumpe und Boiler schließen
  • Vorhandene Wasserfilter (Ein- und Ausgangsfilter) unbedingt erneuern
  • Wasserdesinfektion (z. B. Silberpads) erneuern
  • Ausreichend Wasser in den Frischwassertank (FW-Tank) füllen

Die Wasserhähne sollten vom Einwintern her noch in Mittelstellung stehen. Anschließend die Wasserpumpe einschalten. Die Warmwasserseite benötigt etwas länger, bis sie vollständig gefüllt ist, da auch der Boiler (ca. 10–15 Liter) mit Wasser versorgt werden muss.

Sobald der Systemdruck anliegt, alle Hähne, Ventile, Übergänge sowie die Spülanlage der Toilette sorgfältig auf Leckagen kontrollieren.

Alles dicht? Prima!

Die Außenreinigung

Hier gibt es – je nach Überwinterungsort – mehr oder weniger zu tun.

Für die großen und empfindlichen Flächen der Außenhaut stehen zahlreiche gute Reiniger und Konservierungsprodukte zur Verfügung. Nach einer gründlichen Reinigung bietet sich die ideale Gelegenheit, die Oberfläche gleich neu zu versiegeln.

Der Vorteil: Künftige Verschmutzungen lassen sich deutlich leichter und schonender entfernen.

Die Innenreinigung

Zunächst empfiehlt sich eine gründliche Sichtprüfung: Gibt es Anzeichen von Wassereintritt an Dachluken, Durchführungen oder anderen kritischen Stellen?

Wer im Herbst vorgesorgt hat – also Polster aufgestellt, für eine leichte Dauerlüftung gesorgt und Luftentfeuchter platziert hat – für den wird die Innenreinigung jetzt fast zum „Home-Run“.

Ebenfalls bewährt: Schimmelanfällige Flächen bereits vor dem Einwintern mit Essigwasser behandeln. Das betrifft insbesondere Arbeitsflächen, Kühlschrank (wichtig: offen überwintern lassen), Bad und Küche.

Zum Schluss noch ein kurzer Technik-Check:
Batterie- oder akkubetriebene Kleingeräte an Bord prüfen – z. B. Wetterstation, Akkusauger, Taschenlampen oder Gas-Sensoren und ähnliches.

Auswinterung abgeschlossen – Halt, Stopp - da war doch noch was!

Schon vergessen? Wollten wir nicht für die kommende Saison noch ein paar kleine (und vielleicht auch größere) Dinge verbessern, die uns letztes Jahr aufgefallen sind?

  • War die Bordbatterie nicht öfter mal fast leer – und der Fernseher plötzlich schwarz?
  • Hat der Solarstrom bei bewölktem Himmel nicht ganz gereicht?
  • Ist die Toilettenkassette vielleicht schon in die Jahre gekommen?
  • Zweimal das Gas ausgegangen? 
  • Hält der alte Fahrradträger die neuen E-Bikes überhaupt noch aus?
  • So ein kleines Vorzelt wäre doch eigentlich ganz gemütlich …
  • Der Akkusauger macht auch nicht mehr lange mit, oder?
  • Kühlschrank auf der Sonnenseite – Kühlleistung na ja …
  • Die Matratze war doch auch schon mal bequemer
  • Offenes WLAN nutzen – wie ging das nochmal?

So eine Liste hat vermutlich jeder irgendwo im Hinterkopf.

Und genau jetzt ist der perfekte Zeitpunkt, die neue Saison nicht nur zu starten – sondern gleich ein Stück besser zu machen als die letzte.

Wenn Sie mögen: Wir helfen gerne mit Rat und Tat.
Hotline 09721 – 8 90 77